Dein MTB kann ohne einen Kratzer im Frachtraum reisen, wenn du ihm vor dem Abflug zwei Stunden und die richtige Verpackung gönnst. Dieser Guide gibt dir die komplette Methode, von der Flugbuchung bis zum ersten Ride vor Ort: welcher Schutz der richtige ist, wie du das Bike zerlegst, was in die Tasche darf, was an Bord verboten ist und wie du alles wieder zusammenbaust, ohne etwas zu vergessen.
Ein Bike, das mit verbogenem Schaltwerk oder krummer Bremsscheibe ankommt, ist der Anfang einer verdorbenen Reise. Meistens kann der Gepäckabfertiger nichts dafür: Ein empfindliches Teil hat aus der Verpackung herausgeragt. Die gute Nachricht: Das lässt sich vermeiden, und man lernt es ein für alle Mal.
Dieser Guide ist für alle Riders, die mit ihrem Bike reisen: ob du zum Biken nach Marokko oder in den Kaukasus aufbrichst oder aus dem Ausland zu uns in die Schweiz kommst. In den nächsten Wochen ergänzen wir ihn mit Fotos jedes Schritts und einem Video zum Mitmachen.
Tasche, Karton oder Hartschalenkoffer: wähle deinen Schutz
Der Karton und die gepolsterte Softtasche sind beide eine gute Wahl; ein Hartschalenkoffer lohnt sich, wenn du oft mit einem hochwertigen Bike reist. Der Karton schützt sehr gut, weil er steif ist, er taugt für Hin- und Rückflug, und oft musst du dafür am wenigsten zerlegen. Die Tasche rollt bis zum Check-in-Schalter und lässt sich vor Ort zusammenfalten.
Der Bike-Karton
- Schutz: sehr gut, weil er steif ist. Regen verträgt er nur, wenn er in Folie gewickelt ist.
- Leergewicht: etwa 3 bis 5 kg.
- Preis: gratis beim Bike-Händler, manchmal am Flughafen erhältlich.
- Zerlegen: oft am wenigsten: Vorderrad, Pedale, Lenker gedreht.
- Vor Ort: taugt für Hin- und Rückflug, wenn du ihn trocken lagerst.
Die gepolsterte Softtasche
- Schutz: gut, mit Verstärkungen an Schaltwerk und Gabel.
- Leergewicht: etwa 7 bis 10 kg.
- Preis: etwa 400 bis 800 CHF.
- Zerlegen: beide Räder, der Lenker, oft das Schaltwerk.
- Vor Ort: lässt sich falten und passt in einen Kofferraum oder ein Zimmer.
Der Hartschalenkoffer
- Schutz: der beste.
- Leergewicht: etwa 10 bis 15 kg.
- Preis: etwa 500 bis 1'000 CHF.
- Zerlegen: beide Räder, der Lenker, oft die Sattelstütze.
- Vor Ort: sperrig, nicht faltbar und schwer zu verstauen.
Drei Kriterien machen den Unterschied:
- Das Gesamtgewicht. Die meisten Airlines begrenzen Sportgepäck auf 23 oder 32 kg. Ein Enduro-Bike wiegt 15 bis 17 kg: Mit einem Hartschalenkoffer von 13 kg bist du schnell über 23 kg, bevor dein Helm überhaupt drin ist.
- Was du vor Ort damit machst. Auf einer Reise mit wechselnden Unterkünften muss die Verpackung irgendwo auf deine Rückkehr warten. Eine faltbare Tasche passt überall hin, ein Karton oder ein Hartschalenkoffer viel weniger. Bevor du mit einem Veranstalter reist, frag nach, wo die Verpackung während der Woche bleibt.
- Der Transport am Boden. Rollen machen den ganzen Unterschied zwischen Bahnhof, Parkplatz und Check-in-Schalter.
Wenn du mit einem Karton reist, wickle ihn komplett in Stretchfolie ein. Regnet es beim Verladen des Gepäcks auf dem Rollfeld, verliert ein nasser Karton seine ganze Steifigkeit. Vor Ort hältst du ihn für den Rückflug trocken, und du nimmst eine Rolle Folie und Klebeband mit, um ihn wieder zu verschliessen.
Wenn du selten reist, frag auch nach einer Miete: Manche Bike-Shops vermieten gepolsterte Taschen wochenweise.
Vor der Buchung: die Regeln der Airlines
Dein Bike reist als Sportgepäck, und es muss im Voraus angemeldet werden. Füge es nie erst am Abflugtag hinzu: Der Platz im Frachtraum ist begrenzt, und der Preis am Schalter ist fast immer höher als online.
Die Regeln ändern sich von Airline zu Airline, und manchmal von Jahr zu Jahr. Zwei Beispiele ab der Schweiz, Stand Oktober 2026:
Edelweiss
- Preis: erstes Bike als Sportausrüstung inbegriffen.
- Höchstgewicht: 23 kg.
- Höchstmasse: 275 cm (Höhe + Breite + Tiefe).
- Anmeldung: bis 4 Tage vor dem Abflug.
SWISS
- Preis: kostenpflichtig, je nach Strecke.
- Höchstgewicht: 23 kg im Freigepäck der Economy, 32 kg als zusätzliches Gepäckstück.
- Höchstmasse: 280 cm (Höhe + Breite + Tiefe).
- Anmeldung: bis 72 Stunden vor dem Abflug.
Bei anderen europäischen Airlines rechnest du mit einigen Dutzend bis über hundert Franken pro Flug. Prüfe bei der Buchung immer drei Dinge auf der Website deiner Airline:
- Den Preis, für Hin- und Rückflug, und ob er in deinem Freigepäck enthalten ist.
- Höchstgewicht und Höchstmasse der Verpackung. Miss deine Tasche: Manche sind gefüllt grösser als 280 cm.
- Die Verpackungsvorschriften. Manche Airlines lehnen Softtaschen ab und verlangen einen Karton oder einen Hartschalenkoffer. Edelweiss zum Beispiel verlangt Luft aus den Reifen, Vorderrad und Pedale demontiert und den Lenker gedreht.
Ein paar Regeln mit gesundem Menschenverstand:
- Nimm einen Direktflug. Jeder Umstieg bedeutet ein Umladen mehr und ein Risiko mehr, dass dein Bike unterwegs liegen bleibt.
- Prüfe deine Versicherung. Deine Haftpflicht deckt keine Schäden an deinem eigenen Bike. Schau nach, was deine Hausrat-, Reiseversicherung oder Kreditkarte abdeckt, und bewahre die Rechnung des Bikes auf.
- Plane den Transfer bei der Ankunft. Ein verpacktes Bike passt nicht in jedes Taxi. Gib bei der Buchung die Anzahl Taschen und ihre Masse an, und lass dir das schriftlich bestätigen. Selbst mit Bestätigung kann ein Fahrer im letzten Moment ablehnen: Halte einen Plan B bereit.
Eine Woche vorher: Bike checken und Einstellungen notieren
Reise mit einem gewarteten Bike, nicht mit einem Bike, das vor Ort repariert werden muss. Im Ausland kann dich ein Teil, das nicht aufzutreiben ist, zwei Tage Biken kosten. Eine Woche vor der Abreise hast du noch Zeit, Fehlendes zu bestellen.
Der Service
- Bremsen: mehr als 2 mm Belag, sonst vor der Abreise wechseln. Eine Serie von Abfahrten in Marokko oder im Kaukasus nutzt sie schneller ab als deine üblichen Touren.
- Reifen: Stollen in gutem Zustand, keine Schnitte an den Flanken. Bei Tubeless Dichtmilch nachfüllen, wenn sie älter als drei Monate ist.
- Antrieb: Kette, Kassette und Kettenblatt sauber, Schaltung eingestellt. Prüfe, ob dein Schaltauge nicht schon verbogen ist (ausser bei SRAM T-Type, das keines hat).
- Federung: kein Öl an den Standrohren, kein Spiel in den Lagern.
- Schrauben: Vorbau, Lenker, Achsen und Lagerschrauben. Wenn du sie nicht selbst prüfen kannst, lass das von deinem Bike-Händler machen.
Die Markierungen
Notiere alles, was du beim Zerlegen verstellst. Beim Zusammenbau bekommst du dein Bike genau so zurück, wie du es magst, ohne zu suchen.
- Sattelhöhe: ein Stück Klebeband um die Sattelstütze, bündig mit dem Rahmen.
- Lenker: ein Strich mit wasserfestem Stift am Lenker, am Rand des Vorbaus, für Winkel und Zentrierung.
- Hebel und Bedienelemente: ein Strich am Lenker neben jeder Schelle.
- Federungsdruck: notiere den Druck von Gabel und Dämpfer und die Anzahl Klicks jeder Einstellung.
- Reifendruck: notiere den Druck, den du auf den Trails fährst.
- Ein Foto vom Cockpit, von vorne und von der Seite: die schnellste Referenz überhaupt.
Teile, die du jetzt bestellst
Das wichtigste Teil ist ein Ersatz-Schaltauge, passend zu deinem Rahmen. Es ist das Teil, das auf Reisen am häufigsten bricht, und weit weg von zu Hause ist es fast nicht aufzutreiben. Hat dein Bike einen SRAM T-Type-Antrieb, brauchst du keines: Das Schaltwerk wird direkt am Rahmen montiert, ohne Schaltauge. Die vollständige Liste der Ersatzteile findest du weiter unten, unter « Was mit dir reist ».
Schritt für Schritt: Bike zerlegen und verpacken
Rechne beim ersten Mal mit einer Stunde, mit etwas Übung mit einer halben. Mach es am Vorabend in Ruhe, nicht am Morgen der Abreise. Die Methode unten ist die vollständige Version, für eine gepolsterte Tasche. Mit einem Karton zerlegst du meist weniger: Vorderrad und Pedale, der Lenker längs zum Rahmen gedreht. Bremsklötze für die Sättel und Gabelspacer bleiben unverzichtbar.
Was du brauchst
- Inbusschlüssel (4, 5, 6 und 8 mm) und Torx T25
- Pedalschlüssel 15 mm, falls deine Pedale einen brauchen
- Drehmomentschlüssel, unverzichtbar bei Rahmen oder Lenker aus Carbon
- Transportsicherungen aus Kunststoff für die Bremsen, eine pro Bremssattel
- Gabelspacer und Spacer für die Hinterachse, passend zu deinen Achsmassen (Boost oder nicht)
- Rohrisolierung aus Schaumstoff, Klebeband, Kabelbinder, ein alter Lappen
- Ein Gefrierbeutel für Kleinteile
- Eine Gepäckwaage
Die Schritte
- Reinige das Bike. Ein sauberes Bike lässt sich besser zerlegen und kommt ohne Fragen durch den Zoll: Manche Länder kontrollieren Erde an den Reifen.
- Schalte aufs kleinste Ritzel, dann demontiere die Pedale. Zum Lösen drehst du den Schlüssel immer Richtung Heck des Bikes, auf beiden Seiten: Das linke Pedal hat ein Linksgewinde. Pack die Pedale in den Gefrierbeutel.
- Baue die Räder aus und steck sofort eine Transportsicherung in jeden Bremssattel. Ohne Scheibe und ohne Sicherung reicht ein Druck auf den Hebel, und die Kolben fahren zu: Dann passt das Rad nicht mehr rein.
- Schütze die Bremsscheiben. Am sichersten ist es, sie abzubauen (sechs Torx-T25-Schrauben oder ein Center-Lock-Ring) und flach in Karton zwischen zwei Lagen zu verstauen. Sonst kommen die Räder in Radtaschen, Scheiben nach innen.
- Setze die Achsspacer ein. Der Gabelspacer verhindert, dass die Gabelbeine bei einem Schlag zusammengedrückt werden, der hintere Spacer tut dasselbe für den Hinterbau. Dein Bike-Händler hat sie oft aus den Kartons neuer Bikes.
- Baue das Schaltwerk ab. Schraub es vom Schaltauge, ohne die Kette zu öffnen oder den Zug zu kappen. Wickle es in den Lappen und befestige es mit einem Kabelbinder innen am Hinterbau. Es steht nicht mehr vor und kann sich nicht mehr verbiegen. Bei einem SRAM T-Type-Antrieb, direkt am Rahmen ohne Schaltauge montiert, folge der Anleitung von SRAM.
- Baue den Lenker ab. Schraub die Vorbauklemme ab, leg den Lenker auf einem Stück Schaumstoff längs ans Oberrohr und binde ihn fest. Knicke die Bremsleitungen nicht und lass ihnen eine sanfte Kurve. Schraub die Klemme gleich wieder an den Vorbau, damit die Schrauben nicht verloren gehen.
- Senk den Sattel ab. Bei einer Teleskopstütze reicht es, sie ganz abzusenken. Bei einer normalen Stütze ziehst du sie heraus, wenn das Bike zu hoch für die Tasche ist: Deine Klebeband-Markierung ist ja schon dran.
- Schütze den Rahmen. Schaumstoff auf die Rohre, den Lappen auf die Kette, Klebeband zum Fixieren. Die empfindlichen Stellen: das Oberrohr unter dem Lenker und die Kettenstrebe auf der Antriebsseite.
- Lass viel Luft aus den Reifen, aber nicht ganz. Viele Airlines verlangen das. Behalte bei Tubeless etwa 1 bar, damit der Reifen auf der Felge sitzen bleibt. Die Federung musst du nicht entlüften: Der Frachtraum hat Druckausgleich.
- Setz das Bike in die Tasche. Den Rahmen in die Mitte, auf seine Halterungen, festgezurrt. Die Räder in ihre Fächer, je eines pro Seite. Prüfe, dass nichts die Bremsscheiben berührt.
- Füll die Lücken clever. Helm, Knieschoner, Schuhe und Kleider sind ein ausgezeichnetes Polster. Aber behalte das Gewicht im Blick, und nichts Verbotenes in die Tasche: keine CO2-Kartuschen und keine Akkus.
- Wiegen und beschriften. Wieg die geschlossene Tasche. Einen Karton wickelst du zuerst in Folie und klebst die Etiketten darauf. Ein Etikett aussen, eines innen, mit deinem Namen, deiner Telefonnummer und der Adresse deiner Unterkunft vor Ort. Schreib « Fragile » drauf, wenn du willst, aber verlass dich nicht zu sehr darauf.
- Mach vier Fotos vom verpackten Bike und der geschlossenen Tasche. Bei einem Schaden beweisen sie den Zustand beim Abflug.
Der Tipp vom Guide: Steck einen kleinen Tracker (Typ AirTag) in die Tasche. Bleibt sie unterwegs liegen, weisst du, wo sie ist, noch bevor du am Gepäckschalter stehst.
E-MTB: Der Akku fliegt nicht mit
Ein E-Bike-Akku reist nicht in einem Passagierflugzeug, weder im Frachtraum noch in der Kabine. Die Regel ist überall dieselbe: Über 160 Wh ist ein Lithium-Akku im Passagiergepäck verboten (Bundesamt für Zivilluftfahrt, FAA). E-MTB-Akkus haben meist zwischen 400 und 900 Wh.
Das Bike selbst, ohne Akku, wird oft ebenfalls abgelehnt. SWISS nimmt keine E-Bikes an; Edelweiss nur, wenn der Akku nicht mitreist. Jede Airline hat ihre eigene Regel, die du vor der Buchung prüfst.
Drei Lösungen, von der einfachsten zur kompliziertesten:
- Vor Ort mieten. Das ist die einfachste und oft die günstigste Lösung. Für unsere Reisen nach Marokko kannst du ein E-Bike aus der Exoride-Flotte für 390 CHF pro Woche mieten; auch in der Schweiz ist unsere Mietflotte vor Ort.
- Mit deinem Bike ohne Akku reisen und vor Ort einen Akku mieten, wenn die Airline das Bike annimmt und am Zielort ein passender Akku zu finden ist. Weit weg von Europa ist das selten der Fall.
- Den Akku per Spedition schicken. Er gilt als Gefahrgut: zugelassene Verpackung, lange Lieferzeiten, hohe Kosten. Nur für sehr lange Aufenthalte sinnvoll.
Für Marokko haben wir eine weitere Lösung: Wir fahren mit unserem Bus hinunter und können deinen Akku oder dein komplettes E-Bike auf der Strasse aus der Schweiz mitnehmen, je nach Daten und verfügbarem Platz. Alles dazu erklärt unser Artikel Mit dem E-Bike fliegen: der Akku kommt nicht an Bord. In Georgien und im Iran fahren wir auf unseren Reisen ausschliesslich mit Bikes ohne Motor.
Was mit dir reist: Werkzeug, Ersatzteile und verbotene Gegenstände
Werkzeug und Flüssigkeiten kommen in den Frachtraum, Ersatzakkus in die Kabine, und CO2-Kartuschen bleiben zu Hause. Hier siehst du, was wohin gehört.
Nur im Frachtraum
- Werkzeug, Multitool, Reifenheber: In der Kabine wird das meiste Werkzeug bei der Kontrolle abgenommen.
- Tubeless-Dichtmilch, Kettenöl: gut verschlossene Flasche, in einem Gefrierbeutel. In der Kabine nicht über 100 ml.
- Messer, Cutter, Seitenschneider: Damit schneidest du bei der Ankunft die Kabelbinder auf, also ab in die Tasche.
Nur in der Kabine
- Powerbank und Ersatzakkus: Sie reisen immer in der Kabine.
Frachtraum oder Kabine
- Dämpferpumpe, Handpumpe: unverzichtbar, um deine Drücke wieder einzustellen.
- GPS, Lampe, Bikecomputer mit fest eingebautem Akku: ausgeschaltet.
- Tracker vom Typ AirTag: im Frachtraum erlaubt, dank seiner sehr kleinen Batterie.
Zu Hause lassen
- CO2-Kartuschen: nur mit Zustimmung der Airline, und viele lehnen sie ab. Nimm eine Handpumpe mit.
CO2-Kartuschen verdienen eine Erklärung. Manche Behörden dulden sie in kleiner Menge, zum Beispiel höchstens vier Kartuschen à 50 ml und immer mit Zustimmung der Airline (CASA, Australien). In der Praxis lehnen viele Airlines sie ab, und am Zielort sind sie nicht immer leicht zu finden. Eine gute Handpumpe löst das Problem.
Ersatzteile zum Mitnehmen
- Ein Schaltauge passend zu deinem Rahmen, das wichtigste von allen (nicht nötig bei SRAM T-Type)
- Ein Paar Bremsbeläge, das richtige Modell
- Ein Ersatzschlauch, auch bei Tubeless, und Reparaturwürste
- Ein Tubeless-Ventil und ein Ventileinsatz
- Ein Kettenschloss, passend zu deiner Kette
- Zwei oder drei Ersatzschrauben: Vorbau, Klemme, Bremssattel
- Kabelbinder und eine Rolle starkes Klebeband
Diese Liste passt in eine kleine Tasche. Weit weg von Europa kann sie deine Woche retten, und die der ganzen Gruppe.
Am Flughafen und bei der Ankunft
Sei früh dran, kontrolliere dein Bike, bevor du den Flughafen verlässt, und bau es in Ruhe zusammen. Die meisten bösen Überraschungen lassen sich vor Ort klären, wenn du sie sofort bemerkst.
Beim Abflug
- Sei mindestens 30 Minuten früher da als sonst. Das Bike wird am Schalter eingecheckt und dann oft an einem Schalter für « Sperrgepäck » abgegeben, manchmal nach einer Röntgenkontrolle.
- Bewahre den Gepäckabschnitt auf und den Zahlungsbeleg für das Sportgepäck.
- Lass die Tasche nicht ohne dich öffnen, wenn du es vermeiden kannst. Muss sie geöffnet werden, hilf dabei, sie richtig wieder zu schliessen.
Bei der Ankunft
- Hol die Tasche am Band für Sperrgepäck ab, oft getrennt vom Hauptband.
- Öffne sie und kontrolliere das Bike, bevor du die Gepäckhalle verlässt: Rahmen, Schaltwerk, Bremsscheiben, Räder.
- Bei einem Schaden geh sofort zum Gepäckschalter der Airline und lass ein schriftliches Protokoll aufnehmen, mit deinen Fotos vom Abflug. Bei internationalen Flügen muss die schriftliche Reklamation meist innerhalb von 7 Tagen für beschädigtes Gepäck und innerhalb von 21 Tagen für verspätetes Gepäck eingehen (Montrealer Übereinkommen).
- Kommt die Tasche nicht an, lass das Protokoll aufnehmen, bevor du den Flughafen verlässt, gib die Adresse deiner Unterkunft an und informiere sofort deinen Guide, um gemeinsam eine Lösung zu finden.
Der Zusammenbau
Bau in umgekehrter Reihenfolge zusammen, mit Hilfe deiner Markierungen und Fotos. Die Punkte, die du nicht verpassen darfst:
- Anzugsmomente: Vorbau, Lenker, Schaltwerk, Bremsscheiben. Der Wert steht oft auf dem Teil; bei Carbon ist der Drehmomentschlüssel keine Option.
- Bremsen: Transportsicherungen raus, Räder rein, dann jeden Hebel mehrmals ziehen, damit die Beläge wieder an ihren Platz kommen. Der erste Bremstest muss satt sein.
- Schaltwerk: Schalte im Stand durch alle Gänge und achte auf die grössten Ritzel. Springt die Kette, hat das Schaltauge vielleicht einen Schlag abbekommen: Zeit für dein Ersatz-Schaltauge. Bei SRAM T-Type stellst du es nach der Anleitung von SRAM neu ein.
- Drücke: Reifen und Federung wieder auf die notierten Werte pumpen.
- Test: eine Runde auf dem Parkplatz vor dem ersten Trail: Bremsen, Schaltung, Steuersatzspiel.
Zum Schluss verstau die Tasche ordentlich: Du brauchst sie für die Rückreise. Leg Transportsicherungen, Schaumstoff und Kabelbinder hinein, damit du am Abreisetag das ganze Kit beisammen hast.
Du kommst zum Biken in die Schweiz?
Dieser Guide gilt auch in die andere Richtung: Wenn du aus dem Ausland zum Biken ins Wallis kommst, fliegt dein Bike nach Genf oder Zürich und fährt dann mit dem Zug weiter. Alles oben Gesagte gilt, mit ein paar Schweizer Besonderheiten.
- Genf ist der nächstgelegene Flughafen zum Wallis. Ein direkter Zug verbindet Genf-Flughafen in etwa zwei Stunden mit Martigny. Ab Zürich dauert die Reise deutlich länger.
- Im Zug reist ein zerlegtes und verpacktes Bike gratis als Handgepäck (TCS, auf Französisch). Mit einer grossen Tasche meidest du die Stosszeiten und steigst ganz vorne oder ganz hinten ein.
- Baust du dein Bike schon am Flughafen zusammen, reist es als Velo: Es braucht ein Billett, und in InterCity-Zügen ist vom 21. März bis 31. Oktober eine Platzreservierung Pflicht.
- Beim E-Bike gilt die Akku-Regel auch für die Schweiz. Am einfachsten mietest du für die Dauer deines Aufenthalts ein MTB oder E-Bike aus der Exoride-Flotte.
- Denk schon bei der Ankunft an die Rückreise: Halte Tasche oder Karton trocken, mit Spacern und Schaumstoff, damit du ohne Neukauf wieder einpacken kannst.
Um mit uns zu biken, schau dir unsere Reisen in der Schweiz und unsere MTB-Shuttles im Wallis an, von März bis Mitte November.
Die Checkliste für unterwegs
Speichere sie auf deinem Handy oder druck sie aus, und hake nach und nach ab.
Sobald der Flug gebucht ist
- Sportgepäck angemeldet und bezahlt, Hin- und Rückflug
- Höchstgewicht und Höchstmasse für deine Tasche geprüft
- Versicherung des Bikes geprüft, Rechnung gefunden
- Transfer bei der Ankunft mit Platz für das Bike gebucht, schriftlich bestätigt
- E-Bike: Miete vor Ort gebucht
Eine Woche vorher
- Service gemacht: Bremsen, Reifen, Antrieb, Federung, Schrauben
- Tubeless-Dichtmilch bei Bedarf nachgefüllt
- Ersatz-Schaltauge gekauft (ausser SRAM T-Type)
- Ersatzteile in einer Tasche beisammen
- Transportsicherungen, Gabelspacer und Spacer für die Hinterachse bereit
Am Vorabend
- Bike gereinigt
- Markierungen gesetzt: Sattel, Lenker, Bedienelemente, Drücke, Fotos vom Cockpit
- Pedale, Räder, Bremsscheiben, Schaltwerk und Lenker demontiert und geschützt
- Sicherungen in den Bremssätteln, in der Gabel und im Hinterbau
- Luft aus den Reifen, bei Tubeless etwa 1 bar
- Keine CO2-Kartusche und kein Akku in der Tasche
- Tasche oder Karton gewogen, innen und aussen beschriftet, Karton in Folie gewickelt
- Tracker in der Tasche
- Fotos vom verpackten Bike und der geschlossenen Tasche
Am Flughafen
- 30 Minuten früher da als sonst
- Gepäckabschnitt aufbewahrt
- Powerbank und Ersatzakkus in der Kabine
Bei der Ankunft
- Bike vor dem Verlassen der Gepäckhalle kontrolliert
- Mit Drehmoment zusammengebaut, Bremsen und Schaltung getestet
- Reifen- und Federungsdruck wieder eingestellt
- Tasche und Verpackungskit für die Rückreise verstaut
Häufige Fragen
Muss ich wirklich Luft aus den Reifen lassen?
Ja, weil die meisten Airlines es verlangen. Technisch gesehen hat der Frachtraum Druckausgleich, und ein Reifen platzt nicht. Lass viel Luft ab, aber behalte bei Tubeless etwa 1 bar, damit der Reifen sitzen bleibt.
Und die Federung?
Die musst du nicht entlüften. Notiere einfach deine Drücke vor der Abreise und prüfe sie bei der Ankunft mit deiner Dämpferpumpe.
Tasche oder Karton?
Beides funktioniert, für Hin- und Rückflug. Der Karton schützt sehr gut und verlangt das wenigste Zerlegen, wenn du ihn gegen Regen in Folie wickelst und vor Ort trocken lagerst. Die Tasche ist praktischer zu tragen und zu verstauen.
Was kostet es, mit dem Bike zu fliegen?
Von gar nichts bis über hundert Franken pro Flug, je nach Airline und Reiseklasse. Manche nehmen ein Bike ins Freigepäck auf, andere verrechnen es separat. Vergleich, bevor du deinen Flug wählst.
Kann ich mein E-MTB mitnehmen?
Den Akku nicht: Über 160 Wh ist er in Passagierflugzeugen verboten. Das Bike allein wird oft ebenfalls abgelehnt. Die einfachste Lösung bleibt die Miete vor Ort.
Und meine CO2-Kartuschen?
Lass sie zu Hause und nimm eine Handpumpe mit. Manche Behörden dulden sie in kleiner Menge mit Zustimmung der Airline, aber viele Airlines lehnen sie ab.
Mein Bike ist beschädigt angekommen, was tun?
Verlass die Gepäckhalle nicht: Geh zum Schalter der Airline und lass ein schriftliches Protokoll aufnehmen, mit deinen Fotos vom Abflug. Schick danach deine schriftliche Reklamation an die Airline, meist innerhalb von 7 Tagen.
Wie lange dauert es, ein MTB zu verpacken?
Beim ersten Mal eine Stunde, danach eine halbe. Der Zusammenbau dauert etwa gleich lang.
Bereit zum Abheben
Gut verpackt kommt dein Bike so an, wie es losgeflogen ist, und deine Reise beginnt mit einem Ride, nicht mit einer Reparatur. Das erste Verpacken braucht Zeit; das zweite wird zur Routine.
Wenn dich das Abbauen eines Schaltwerks oder das Einstellen eines Antriebs noch zögern lässt, zeigt dir der Mechanik-Workshop in der Exo'base die Grundgriffe an deinem eigenen Bike, in kleiner Runde.
Und wenn du suchst, wohin du es mitnimmst, oder zu uns biken kommst:
- Die Schweiz, von März bis Mitte November: unsere Reisen im Wallis und unsere MTB-Shuttles, zwei Zugstunden vom Flughafen Genf.
- Marokko, von Oktober bis März, zwischen den Singletrails des Hohen Atlas und den Pisten des Südens. Um zwischen unseren beiden Winterreisen zu wählen, lies unseren Vergleich Endu'Rock the Casbah oder Zagoride.
- Georgien, eine Expedition pro Jahr im Kaukasus, mit Pferden, die die Bikes zu den Pässen tragen.
- Der Iran, von Ende Mai bis Mitte Oktober, weit weg von den bekannten Trails.
Eine Frage zur Logistik deines Bikes für eine unserer Reisen? Schreib uns, bevor du deinen Flug buchst, wir helfen dir, alles vorzubereiten.
Chris




